Säule 3a optimieren: So holen Sie mehr aus Ihrer Vorsorge heraus
Die Säule 3a gehört zu den beliebtesten Instrumenten der privaten Vorsorge. Mit einfachen Optimierungen können Sie mehr aus Ihrem Vorsorgekapital herausholen – sowohl steuerlich als auch bei der Rendite.
Investieren statt nur sparen
Geld in der Säule 3a ist grundsätzlich bis zur Pensionierung gebunden. Diesen langen Anlagehorizont können Sie nutzen, um Ihr Vorsorgekapital ganz oder teilweise in Wertschriften zu investieren. Damit haben Sie die Chance auf eine deutlich höhere Rendite als bei einem klassischen 3a-Konto. Je länger Ihr Anlagehorizont ist, desto weniger fallen Kursschwankungen ins Gewicht. Wie hoch der Aktienanteil sein sollte, hängt von Ihrer persönlichen Risikobereitschaft und Ihrem Anlagehorizont ab.
Früh einzahlen
Viele zahlen erst gegen Ende des Jahres in die Säule 3a ein. Wer den vorgesehenen Betrag bereits früher zur Verfügung hat, kann eine Einzahlung jedoch auch zu Jahresbeginn tätigen. Der steuerliche Abzug bleibt derselbe. Bei einer Wertschriftenlösung ist das Geld aber länger investiert und kann früher an der Entwicklung der Finanzmärkte teilhaben. Über viele Jahre kann dieser zusätzliche Anlagezeitraum einen bedeutenden Unterschied machen.
Verpasste Einzahlungen nachholen
Seit diesem Jahr gibt es eine zusätzliche Möglichkeit, die Säule 3a zu optimieren: Neu können Beitragslücken bis zu zehn Jahre rückwirkend geschlossen werden. Dies gilt für Lücken, die ab 2025 entstanden sind. Wer 2025 nicht den maximal möglichen Betrag eingezahlt hat, kann die Differenz ab 2026 nachzahlen. Voraussetzung ist, dass sowohl 2025 als auch im Jahr der Nachzahlung ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt wurde. Zudem muss der ordentliche 3a-Beitrag im Jahr der Nachzahlung vollständig einbezahlt sein. Auch die nachträgliche Einzahlung kann vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
Mehrere 3a-Lösungen eröffnen
Was oft erst kurz vor der Pensionierung zum Thema wird: Bei der Auszahlung einer 3a-Lösung fällt eine einmalige Kapitalbezugssteuer an. Wer mehrere 3a-Konten oder -Depots besitzt, kann diese ab Alter 60 in unterschiedlichen Jahren beziehen und damit die Steuerbelastung reduzieren. Deshalb lohnt es sich, bereits während des Vermögensaufbaus mehrere 3a-Lösungen zu eröffnen. Ab rund CHF 30’000 ist ein zusätzliches Konto oder Depot sinnvoll. Sie können beim gleichen oder bei unterschiedlichen Anbietern geführt werden. Eine spätere Aufteilung einer bestehenden 3a-Lösung ist nicht möglich.
Sparen und Absichern trennen
Neben reinen 3a-Sparlösungen gibt es auch Produkte, die das Sparen mit einem Versicherungsschutz kombinieren. Eine solche Kombination ist weniger flexibel und transparent als eine reine Spar- oder Anlagelösung. Ändern sich Lebenssituation oder Sparmöglichkeiten, lässt sich eine langfristig abgeschlossene Versicherungslösung meist nicht ohne Weiteres anpassen. Zudem kann eine vorzeitige Auflösung mit hohen Kosten verbunden sein. Deshalb ist die Trennung von Sparen und Versichern meist die bessere Lösung.
Ab Alter 50: Die Säule 3a im Gesamtbild betrachten
Rückt die Pensionierung näher, wird es wichtiger, die Säule 3a im Kontext Ihrer gesamten finanziellen Situation zu betrachten: mit Leistungen aus AHV und Pensionskasse, freiem Vermögen, Hypotheken sowie dem Budget nach der Pensionierung. Mit einer frühzeitigen Finanzplanung erhalten Sie Klarheit darüber, wann Sie welches Vermögen benötigen und wie Sie Bezüge von 3a-Guthaben mit weiteren Kapitalleistungen abstimmen sollten. Verfügen Sie über genügend liquide Mittel, können Sie überschüssiges Vermögen weiterhin investiert lassen.
Fazit
Die Säule 3a ist mehr als ein steuerbegünstigtes Sparkonto. Wer sein Vorsorgevermögen investiert und die Säule 3a in die gesamte Finanzplanung integriert, schafft die Grundlage für eine finanziell entspannte Zukunft und kann zusätzlich von attraktiven Steuer- und Renditevorteilen profitieren.